von Frank Farrelly, Jeffrey M. Brandsma
Provokative Therapie – das ´Original´ von Frank Farrelly

Provokative Therapie bzw. der provokative Stil ist sicher auch fernab des Therapiekontexts für jeden eine Bereicherung, der viel kommuniziert und mit schwierigen Gesprächspartnern vereinbarte Ziele erreichen soll. Allerdings sollte dabei immer eine menschenzugewandte, wohlwollende Grundhaltung die Basis bilden – sonst kann diese Art der Gesprächsführung schnell verletzend und beziehungszerstörend wirken.

Im Ur-Buch zur Provokativen Therapie jedenfalls sehr spannend fand ich die Phasen und Selbstzweifel, die Frank Farrelly während der ´Erfindung´ des provokativen Stils durchlief. Über Konventionen und therapeutische Schulhaltungen hinaus entdeckt er für sich die Wirksamkeit offenen, ungeschönten Feedbacks über eigene Reaktionen und Gedanken während Therapiesitzungen.

Manchen ´Therapeutenkillern´ bietet er damit zum ersten Mal ein gleichwertiges Gegenüber, statt einer gewohnt empathischen Zuhörermentalität. Über die Jahre entwickelte er seinen Ansatz und war damit besonders bei schwierigen Klienten sehr erfolgreich. Die vielfältigen Interventionen und Ideen lassen sich anhand Farrellys eigenen Kommentaren und vielfältigen Beispielen sehr gut nachvollziehen und machen das Buch in jedem Fall zu einer lesenswerten Bereicherung.

Wie schon von anderen Rezensenten erwähnt ist die deutsche Ausgabe ja fast unverschämt (provokant?) teuer. Für einen etwas preisgünstigeren Einstieg in die Provokative Therapie kann ich daher ´Das wäre doch gelacht!´ (ISBN 3499602318) von Eleonore Höfner (www.provokativ.com) und Hans-Ulrich Schachtner oder auch ´Lachen lernen´ (ISBN 3873871696) von Jürgen und Ingrid Wippich empfehlen. Spätestens danach ist man sehr neugierig auf das ´Original´.