Sacharin im Salat


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von Janosch
tiefgründig unter der Oberfläche – faszinierend, Janosch!

Janosch ist für mich wie Erich Kästner. Neben vielen Kinderbüchern schreibt auch er manches Buch für Erwachsene und bleibt auf den ersten Blick oft bei einer relativ oberflächlichen Darstellung von Charakteren, Handlungen und Dialogen. Und dennoch, wer sich darauf einläßt, kann hinter all der Abgeklärtheit des außenstehenden Beobachters, dem heiter-belustigten Lachen des Lesers eine ungewohnte Tiefgründigkeit erahnen, die nur wenige Autoren zu wecken vermögen. Einfache Charaktere in einer unspektaktulären Szene mit ihren ganz alltäglichen, fehlschlagenden Lösungsversuchen finden bei Janosch ihren Platz. Irgendwie mag er wohl ´die Menschen´, irgendwie scheint er aber gleichzeitig traurig über nichtgelebte Möglichkeiten.

´Sacharin im Salat´ handelt von einem Mann, der sich seit Jahren zu einer Frau hingezogen fühlt, die ´jeden ranläßt´, ihn jedoch immer nur zum gelegentlichen Spaghettiessen einlädt, um sich bei ihm auszuheulen. Sein Problem, doch nicht nur diese Frau, sondern scheinbar will sich jeder nur bei ihm ausquatschen und sobald er von sich erzählt, verlassen ihn die Leute oder lenken das Gespräch sofort wieder auf sich. Gespickt ist die ganze Geschichte von weisen Ratschlägen seiner Freunde über ´die Welt´ und ´die Frauen´, selten jedoch bringt ihn das weiter. An der Oberfläche kurze, klare Sätze mit Beschreibungen von dem was ist. Interessant wird´s dann, wenn man sich zu fragen beginnt, was hinter all diesen Aussagen wohl an Erleben stecken mag. Ich glaube, genau das ist es, was Janosch ausmacht – das Nichtgesagte zwischen und hinter den Zeilen. Spätestens seit diesem Buch bin ich jedenfalls ein Janosch-Fan und wünsche ihm viele weitere ´halluzinierende´ Leser.